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Das Haupthaus heute... |
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... und damals 1912 |
Adalbert Wintermann war Leiter und Inhaber eines Hilfsschulinternates mit Gärtnerei und kleiner Landwirtschaft in Bremen. Er gründete 1912 den Albertushof als Heim für 25 behinderte Menschen.
Mit ihnen begann er, den Boden zu kultivieren. Sie pflanzten die Ulmen, Eichen, Buchen und Kastanien, die heute, hochgewachsen, dem Heim nicht nur im Sommer Schatten spenden, sondern auch Teil der ganz besonderen Atmosphäre des Albertushofes sind.
Natürlich war der Anfang zunächst schwer. Geld war knapp, eine Infrastruktur gab es nicht. Wasser musste aus Brunnen gepumpt werden. Licht wurde mit Petroleum und einer Carbidgas-Anlage erzeugt. Landwirtschaftliche Maschinen wurden soweit sie erschwinglich waren, mit Pferdekraft betrieben.
In Inflation und die Wirtschaftskrise der 20er Jahre bedrohten die Einrichtung in ihrer Substanz. 1933 kam die Bedrohung aus einer anderen Richtung. Behinderung galt als unwertes Leben. Dennoch wurde durch den Enkel des Gründers und damaligen Leiter Martin Grape das Ziel erreicht, die behinderten Bewohner heil durch die braune Zeit zu bringen. Auch die Einrichtung selber erlebte das Kriegsende unversehrt. Zunächst musste das Haus zusätzliche Opfer des Krieges aufnehmen: Heimkehr, Flüchtlinge, TBC-Kranke und viele mehr.
Später wurde der Albertushof vorübergehend zu einer Internatsschule für behinderte Kinder und Jugendliche, bevor er 1963 wieder zu seiner alten Bestimmung zurückfand: der Betreuung geistig behinderter Menschen.
Bis in die Mitte der 70er Jahre war die Einrichtung ein privater Familienbetrieb. 1974 wurde der Albertushof in eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) umgewandelt, gleichzeitig wurde er Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband. Beide Maßnahmen sicherten das Vertrauen von Behörden und Ämtern in die Einrichtung. Mit ihrer Hilfe wurden in den 70er Jahren nicht nur die bestehenden Gebäude umgebaut, sondern es konnten auch neue Häuser errichtet werden. Möglich wurde dies durch eine neue Sozialgesetzgebung, die verstärkt öffentliche Mittel bereitstellte, um die Behindertenbetreuung zu fördern.
1993 wurden die Gesellschaftsanteile der Stiftung Waldheim Cluvenhagen übertragen, einer renommierten Behinderteneinrichtung im Landkreis Verden. Der Albertushof lebt aber als eigenständige Einrichtung weiter. Diese Verbindung schafft neue Perspektiven und erweiterte Möglichkeiten für die Bewohner, z.B. durch die erfolgte gemeinsame Gründung einer anerkannten Werkstatt für Behinderte, den "Waldheim Werkstätten gGmbH".
Aus der Tradition der Geschichte heraus bietet der Albertushof weiterhin eine fachliche Versorgung, Förderung und Betreuung für seine geistig behinderten Frauen und Männer. Die überschaubare Größe gewährleistet dabei ein familiäres Für- und Miteinander, so dass neu hinzugekommene Bewohner sich schnell einleben und geborgen fühlen.